Online Marketing für Künstler

-7 typische Anfängerfehler-

Onlinemarketing ist nicht mehr nur ein Trend. Onlinemarketing ist Pflicht für Künstler aus der Unterhaltungsindustrie. Leider unterschätzen tatsächlich noch viele die Bedeutung von Social Media und Onlinepräsenzen für ihren eigenen Marktwert. Dies sind die 7 typischen Anfängerfehler, die man im Onlinemarketing machen kann.

1. Zielgruppendefinition

Am wichtigsten ist es, die Zielgruppe zu kennen. Wenn man weiß, welche Probleme, Interessen und Wünsche die Zielgruppe hat, kann man den Content auf dieses Wunschpublikum abstimmen. Es empfiehlt sich daher, eine Persona zu erstellen, also eine fiktive Person, die den typischen Kunden repräsentiert. Was zeichnet die schlechten und was die guten potenziellen Kunden aus? Mit wem will ich eigentlich zusammenarbeiten und online interagieren? Wo befindet sich meine Zielgruppe? Liest sie Blogs, nutzt sie noch Facebook oder eher Instagram und wie ist ihr Nutzerverhalten bei Suchmaschinen wie Google? All das sind Fragen, die helfen können, sich der eigenen Zielgruppe bewusst zu werden. Hier noch ein wichtiger Hinweis: Man sollte auf keinen Fall Follower oder Fans kaufen. Die organische Reichweite wird dadurch sinken, da gekaufte Follower keine Interaktion bringen und dies von Facebook und Instagram abgestraft wird. In die Zielgruppendefinition sollte die meiste Zeit investiert werden, um den eigenen Einsatz möglichst effektiv zu gestalten und ein gutes Fundament zu haben.

2. Keine Strategie oder Konzept

Onlinemarketing ist immer ein Investment. Es ist nie kostenlos. Es kostet Zeit, es kostet Ressourcen und es kostet auch Geld. Man braucht ein Rezept wie beim Kochen um die richtige Dosierung und die richtigen Zutaten zu nutzen. Wenn man planlos einfach loslegt gehen Zeit, Ressourcen und Geld verloren. Am Anfang steht daher die Frage nach den drei Ws: Was will ich machen, wie will ich es machen und wer soll es machen. Dazu müssen Kompetenzen und Verantwortlichkeiten genau festgelegt werden.

3. Schlechte Website

Eine schlechte Website ist sie schlechteste Grundlage für die Umsetzung von Onlinemarketing. Der Zugriff erfolgt immer häufiger über das Smartphone, daher bewertet Google Responsive-Seiten besser als andere. Eine Website muss SEO optimiert sein und zudem die Anforderungen des Online Marketing erfüllen. Sie ist daher als Teil des Social Media Netzwerkes zu sehen. Selbst mit der besten Onlinemarketing-Strategie wird man keinen Erfolg haben, wenn die Website nicht alle Anforderungen erfüllt. Außerdem ist sie das Medium, über das man die meiste Kontrolle hat weil sie einem selbst gehört. Investitionen erfolgen also in Eigentum. Wenn die Website nicht das bietet was sich ein potenzieller Kunde wünscht, lohnt sich keine Investition in Onlinemarketing, da das Ziel ja meistens ist, die potenziellen Kunden auf die eigene Website zu bringen (wo die Conversions stattfinden können).

4. Keine Landingpages

Wenn die Leute nach einer Dienstleistung suchen, sollten sie auf einer Seite landen, die genau das anbietet was ihrer Suche entspricht. Es ist wichtig, die Leute abzuholen und sein Angebot und seine Kompetenz auf den ersten Blick sichtbar zu machen.

5. Kein Budget

Man braucht ein bisschen Budget, wenn man Reichweiten erzielen möchte. Selbst um die eigenen Fans z.B. bei Facebook zu erreichen muss man bezahlen. Das Budget sollte sich am angezielten Umsatz bemessen. Je nachdem in welcher Preiskategorie die eigene Dienstleistung angesetzt ist ändert sich das angemessene Werbebudget.

6. Zu wenig Geduld

Wenn man Onlinemarketing macht muss man sich bewusst sein, dass gewisse Dinge Zeit brauchen. Häufig ist keine Ausdauer da. Nachhaltige SEO Optimierung braucht viel Zeit. Drei bis sechs Monate kann es dauern, bis sich eine SEO-Optimierung auswirkt. Man muss viele Sachen austesten bis man den richtigen Weg findet. Besonders viel Ausdauer und Regelmäßigkeit benötigt der Aufbau einer Community auf den Sozialen Plattformen, die dann große Reichweite und Wachstum ermöglicht. Das sollte man einplanen.

7. Algorithmus-Regeln nicht beachten

Nicht nur für den Facebook-Algorithmus ist es wichtig, dass alle Informationen hinterlegt sind. Videos sollten direkt hochgeladen werden. Externe Links werden immer schlechter bewertet, da Facebook natürlich daran interessiert ist, dass die User auf der Plattform bleiben. Im Gegensatz zu Instagram hat Facebook wenig Interesse daran, das die User Hashtags benutzen und bewertet Post ab einer bestimmten Anzahl von Hashtags negativ. Auf Instagram sollte man Hashtags mit unterschiedlicher Stärke verwenden. Der Inhalt darf auf keiner Plattform zu werblich sein, denn Social Media wird von den Leuten privat genutzt. Werbung nervt und führt innerhalb kürzester Zeit zum deabbonieren. Über 80% der Personen auf Facebook sind mit dem Smartphone unterwegs. Interaktion sollte daher einfach und für den schnellen leichten Konsum gestaltet sein. Die Aufmerksamkeitsspanne ist sehr gering. Unternehmensseiten bekommen von Facebook und Instagram immer eine etwas schlechtere Reichweite als Privatseiten. Denn Facebook möchte Geld verdienen und das verdient der Anbieter mit Werbung. Daher hat Facebook kein Interesse daran, dass gewerbliche Inhalte komplett kostenlos erfolgreich sind.

“Ich gehe davon aus, dass sich das Onlinemarketing noch weiter hin zum Livecontent entwickeln wird. Gerade durch die neue Datenschutzrichtlinie der EU (DSGVO) wird dieser Trend noch verschärft werden. Nach dem neuen Datenschutzgesetz wird es fast unmöglich sein, Publikum oder Gäste auf einem Event zu fotografieren oder zu filmen und diese Inhalte dann fürs Marketing zu nutzen. Alle sind begeistert von der Künstlerperformance, aber man darf es nicht zeigen… Das ist bitter, denn nichts zeigt die Qualität der Darbietung so gut wie die unverfälschte Reaktion des Publikums. Daher wird es aus meiner Sicht so sein, dass viele Künstler die Livestreaming-Möglichkeiten (Instastories, Facebook Live ohne Speicherung) noch mehr nutzen werden und sollten. Der Content (also vielleicht auch mal ausflippendes Publikum) wird dann nur noch kurze Zeit sichtbar bleiben, sodass die Gefahr einer teuren Schadenersatzforderung geringer ist. Wir leben derzeit noch in einer Phase der Unsicherheit. Bis die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes Eindeutigkeit schafft werden die Künstler damit leben müssen. Mehr zur neuen Datenschutzverordnung und deren Umsetzung in der Praxis erfahren Sie in der nächsten Ausgabe.” – Katharina Haußmann

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